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Ackermann-Gemeinde, Diözesanstelle Würzburg  > Dokumente

Arbeitsfelder der Ackermann-Gemeinde der Diözese Würzburg

Die Ackermann-Gemeinde versteht ihre Tätigkeit als integrativen Bestandteil der Seelsorge in der Diözese Würzburg. Daraus haben sich in den vergangenen Jahrzehnten im wesentlichen vier Arbeitsfelder entwickelt.

Die Ackermann-Gemeinde ist von Anfang an Trägerverband der Vertriebenenseelsorge.

Sie arbeitet eng mit dem Vertriebenenseelsorger der Diözese und den Beauftragten für die Seelsorge bei Spätaussiedlern und Vertriebenen in den Dekanaten zusammen.

In der Zusammenarbeit werden die theologischen Inhalte und die pastoralen Dienste der Vertriebenenseelsorge den sich stetig wandelnden Erfordernissen angepasst.

Die Ackermann-Gemeinde versteht sich als Bindeglied zwischen der Kirche, den Aussiedlern und Vertriebenen und deren Verbänden und Landsmannschaften.

Mitglieder der Ackermann-Gemeinde engagieren sich als aktive Mitarbeiter und prägen die Vorbereitung und Durchführung der Wallfahrten für Aussiedler und Vertriebene.

Der Aufgabenbereich der Vertriebenenseelsorge in der Diözese Würzburg ist für sich selbständig und gesondert zu beschreiben.

Die Ackermann-Gemeinde ist Trägerverband des Sachausschusses IV des Diözesanrates „Nachbarschaft – Partnerschaft – Integration“

Der Sachausschuss ist zunächst unter dem Namen „Christliche Ostarbeit“ auf Anregung der Ackermann-Gemeinde vor mehr als 30 Jahren ins Leben gerufen worden.

Der Ausschuss sammelt Informationen zur pastoralen und sozialen Situation der Aussiedler in der Diözese Würzburg und verarbeitet sie zu Stellungnahmen und Anträgen für den Vorstand und die Vollversammlung des Diözesanrates.

Damit sollen die kirchliche und außerkirchliche Öffentlichkeit für die Schwierigkeiten bei der kirchlichen und gesellschaftlichen Integration dieser Zielgruppe sensibilisiert und die damit befassten Institutionen zum Handeln bewegt werden.

In gleicher Weise widmet sich der Ausschuss der Situation der bei uns lebenden Asylanten und Ausländer. Er arbeitet in beiden Arbeitsfeldern mit der Caritas und dem Ausländerbeirat der Stadt Würzburg zusammen.

Der Ausschuss bildet auch das Forum, um über den Kreis der Ackermann-Gemeinde hinaus innerkirchlich über aktuelle und langfristige gesellschaftliche und kirchliche Prozesse in den östlichen Nachbarländern Deutschlands zu informieren, darüber zu beraten und Schlüsse für den Dienst der Kirche in dieser Welt zu ziehen.

Der Ausschuss bietet allen, die sich für eine Partnerschaft mit Pfarreien oder kirchlichen Einrichtungen in Ostmitteleuropa engagieren, Informationen und gegenseitigen Erfahrungsaustausch.

Die Vertreter der Landsmannschaften der Aussiedler und Vertriebenen werden informell und organisatorisch mit der Arbeit der Vertriebenenseelsorge und der Ackermann-Gemeinde verknüpft.

Die Ackermann-Gemeinde versteht sich als Motor der Renovabis-Aktion in der Diözese Würzburg

Die Renovabis-Aktion wurde 1993 auf Betreiben, vor allem des Bundesverbandes der Ackermann-Gemeinde, von den deutschen Bischöfen ins Leben gerufen.

Bei Informationsveranstaltungen im Vorfeld der Renovabis-Sonntage arbeitet die Ackermann-Gemeinde intensiv mit, um immer mehr Gemeinden und einzelne Gläubige zum eigenen Engagement zu bewegen. Die Ackermann-Gemeinde sucht dabei die Zusammenarbeit mit allen Persönlichkeiten, Verbänden und kirchlichen Einrichtungen, die sich für die gleichen Ziele einsetzen wollen.

Gemeinsam mit der Katholischen Akademie Domschule veranstaltet die Ackermann-Gemeinde jährlich eine Informationstagung, die Themen der Renovabis-Aktion aufgreift und in die Öffentlichkeit transportiert.

Die Ackermann-Gemeinde unterstützt mit diesen Aktivitäten den offiziellen Renovabis-Beauftragten der Diözese.

Die Ackermann-Gemeinde gestaltet eine neue deutsch-tschechische Partnerschaft mit.

Schon lange vor der Wende 1989 hat sich unsere Gemeinschaft dieser Aufgabe gestellt und durch den Eisernen Vorhang hindurch im Geheimen Verfolgte und Unterdrückte in der damaligen CSSR unterstützt. Seit 1989 hat die Ackermann-Gemeinde ein dichtes Netzwerk von Kontakten zu Menschen, Verbänden und Institutionen in der Tschechischen Republik aufgebaut. Mit ihnen pflegt sie einen intensiven Dialog und vielfältige Begegnungen.

Im Mittelpunkt dieses Dialogs steht das Bemühen,

  • politische, historische und kulturelle Vorurteile und tradierte Denkmuster zu überwinden;
  • die je eigene Verantwortung für die nationalen Katastrophen der Vergangenheit zu erkennen, sie intellektuell und emotional anzunehmen und dieser Verantwortung in der praktischen Arbeit gerecht zu werden.
  • Zeichen guten Willens als symbolische Wiedergutmachung herauszustellen und gegenseitig anzunehmen, solche Zeichen selbst zu setzen und einvernehmlich einen Weg des Ausgleichs für eine versöhnte Zukunft zu suchen.

Die Diözesangemeinschaft der Ackermann-Gemeinde unterstützt ihren Bundesverband bei zentralen und regionalen Dialogforen mit Partnern in der Tschechischen Republik: das Iglauer Symposium, die Marienbader Gespräche, Regionalforen in Leitmeritz, Mährisch Trübau, Trautenau, Mies, Weidenau und Freiwaldau.

Deren Ergebnisse trägt sie in die diözesane Öffentlichkeit. Die Ackermann-Gemeinde der Diözese pflegt intensive kirchliche und gesellschaftliche Kontakte in den Raum Mährisch Schönberg, Karlsbad, Tepl, Maria Stock, Prag, Pilsen und Gutwasser im Böhmerwald.

Tagungen, Vorträge und Autorenlesungen dienen der historischen, politischen und kulturellen Weiterbildung der eigenen Mitglieder für die Arbeit im Sinne der gemeinsamen Ziele und sind ein Angebot an alle Interessierte.

Fahrten in Länder Ostmitteleuropas bieten konkrete Erfahrungen und Informationen über das Leben der Menschen in diesen Ländern und sollen bei einem weiteren Personenkreis aus der Diözese Interesse für die östlichen Nachbarländer wecken.

Die Ackermann-Gemeinde fördert grenzüberschreitende Jugendbegegnungen und unterstützt die Zusammenarbeit ihres Jugendverbandes – der Jungen Aktion – mit ihren Partnern in Mährisch Schönberg, Pilsen und Brünn.

Der Ackermann-Gemeinde ist an einer engen und fruchtbaren Zusammenarbeit mit allen Gruppierungen, Organisationen und Einzelpersonen gelegen, die sich mit konkreten Initiativen für die Gestaltung des Friedens in der Mitte Europas und in der Welt einsetzen.

Als katholische Gesinnungsgemeinschaft bemüht sich die Ackermann-Gemeinde, im geeinten Deutschland und in der Tschechischen Republik viele Bürger für eine Mitarbeit in Staat und Kirche zu gewinnen, die sich für ein Gelingen einer neuen Nachbarschaft einsetzen wollen.

Die Ackermann-Gemeinde bietet allen Gruppen ihre Zusammenarbeit an, die sich zu Demokratie, Menschenrechten und christlicher Werteordnung bekennen und sich unserem Motto verbunden fühlen:

„Helfen – Verstehen – Versöhnen“

Würzburg, 12. Januar 2001